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  Förderer der DCU-Kegeljugend

Termine 2018

DCU-Sportkonferenz

(nicht für Bundesligaclubs!!)

Samstag, 14. April 2018

Beginn: 10.00 Uhr

SG Dittelbrunn

Marienbachzentrum

Am Steinig 1

97 456 Dittelbrunn

Antragsfrist: 02.03.2018

DCU-Konferenz

Samstag, 14. April 2018

Beginn: 14.00 Uhr

(nach der Sportkonferenz)

Antragsfrist: 13.02.2018

 

Bundesligakonferenz

Sonntag, 10. Juni 2018

 

Rahmenterminplan

 

2017/18

Stand: 01.09.2017 

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Altersklasseneinteilung

"Die späten Titel sind doch die schönsten"

Dieser Satz von Jürgen Fleischer kann getrost als Motto dieser deutschen Senioren-Einzelmeisterschaften in Aschaffenburg gelten. Entspannt und mit sich und der Welt zufrieden saß der Frankfurter - mit einem Schal der Eintracht um den Hals - vor der Kegelhalle in der Strietwaldstraße. Soeben hatte die Mörfelder Kegel-Legende den zweiten Meistertitel bei den Senioren-A, den sechsten insgesamt in seiner Karriere gewonnen. Fleischer war einer von sechs neuen deutschen Meistern, keiner der Sieger des Vorjahres konnte seinen Titel verteidigen.

Senioren A: Es war eine überaus spannende Entscheidung. Nur fünf Kegel lagen zwischen Platz zwei und fünf. Mit einem tollen Schlussspurt setzte sich Jürgen Fleischer nach 512 Kegeln im Vorlauf und glatt 500 im Endlauf mit zwölf Kegeln Vorsprung durch. Gefeiert von seinen Teamkameraden, mit Holger Liebold an der Spitze, räumte er mit den letzten fünf Wurf 34 Kegel ab. Sein Gesamtergebnis im Abräumen von 391 Kegeln blieb unerreicht, da konnten die Lokalmatadoren Horst Schlett und Hermann Heider in die Vollen treffen wie sie wolten. Der "Aschaffenburger Streitmacht" (Fleischer) war in erster Linie der Titel zugetraut worden, nachdem Titelverteidiger Gerald Drescher im Vorlauf mit nur 439 Kegeln (16.) gescheitert war. Die meisten Teilnehmer konnten ihre Leistung vom Vortag nicht bestätigen, denjenigen, die das schafften, gelang der Sprung aufs Treppchen. Gerald Heß schob sich mit zwei Mal 495 in den Favoritenkreis, "den musste ich erst mal übertreffen", sagte Fleischer voller Respekt vor dem Mann vom KKV Gotha. Durch die zweitbeste Abräumleistung sicherte sich der Thüringer Platz zwei, zwei Kegel vor Horst Schlett. Jürgen Fleischer hatte vor zehn Tagen noch an eine Absage gedacht, zu sehr plagten ihn Schmerzen im Knie. "Zwei Fünfhunderter habe ich hier nicht erwartet, aber ich wusste, dass sie zum Sieg nötig sein würden". Noch immer ist er - trotz seiner glanzvollen Karriere - voll motiviert, schließlich "nimmt mir das Ziel Endlauf ja keiner ab". Sein Erfolgshunger ist noch nicht gestillt, und daher darf man sich ziemlich sicher sein, dass es beim ihm mit dem nächsten deutschen Meistertitel früher klappt als bei der Frankfurter Eintracht...

Seniorinnen A: "Der Sieg ist noch nicht bei mir angekommen". Selbst nach der Siegerehrung konnte Ute Hock (KV Aschaffenburg) ihren Titelgewinn noch nicht glauben. Die Endlaufteilnahme hatte sie sich lediglich vorgenommen. Eigentlich wollte sie gar nicht starten. Vier Wochen Pause hatte sie bereits gemacht, als die Einladung der DCU kam, als eine der drei schnittbesten Seniorinnen der Bundesliga bei der DM zu starten. Ihr ganzes Umfeld  bestärkte sie teilzunehmen, und so begann sie mit Helmut Münzenberger zu trainieren. "Der Sieg ist auch sein Verdienst", sagte Hock. Sie hatte eher Karin Garcia, Martina Raab, Gerda Ott, Sirikit Bühler oder Martina Raab ganz vorne erwartet. Doch im Endlauf war sie im Abräumen (177) nicht zu halten. 265 Kegel (115 geräumt) erzielte sie auf ihrer zweiten Bahn. Betreut von ihrem Gatten Joachim Hock reichte das zum deutschen Meistertitel mit 962 Kegeln. Damit lag sie zwölf Kegel vor Sylvia Best (KV Mittelhessen-Wächtersbach), die wiederum Karin Garcia (KV Hainstadt) deutlich mit 29 Kegeln distanzierte. Für Ute Hock war es der erste Einzeltitel überhaupt. Die Bundesligaspielerin der KF Obernburg macht jetzt erstmal Pause, dann geht es im Klub wieder los. "Wir würden ja gerne mal ganz oben stehen", sagte Hock, schätzt Eppelheim und Plankstadt aber als Favoriten der Frauen-Bundesliga ein.

Senioren B: In seinem ersten Jahr bei den B-Senioren holte sich Gerhard Bernatz (TuS Gerolsheim) den Titel. Im Vorjahr war er noch Dritter der A-Senioren, jetzt holte er zum großen Schlag aus. Mit 478 Kegeln lag er nach dem ersten Tag auf Rang drei. Mit seinem Klubkameraden Roland Walther lieferte er sich einen dramatischen Kampf, den er mit 950 hauchdünn für sich entschied. Walther erzielte vier Kegel weniger. "Mein Ziel war, Roland Walther zu übertreffen, dann wusste ich, ich kann es schaffen. Für mich ist nun ein Traum in Erfüllung gegangen." Dritter wurde Günter Zellmann (KV Aschaffenburg, 939). Bernatz hatte auf seine Fitness gesetzt, denn er macht auch außerhalb des Kegelns viel Sport. Radfahren und Walken, damit hält er sich fit. "Die Anderen sind am zweiten Tag meist schwächer", sagte Bernatz. Und so war es auch diesmal. Titelverteidiger Ronald Schlimper (KV Wolfsburg) erzielte im Finale nur 437 Kegel und musste sich mit Rang zehn begnügen.

Seniorinnen B: Hier gab es mit Lissy Tzschentke (TSG Haßloch) eine Überraschungssiegerin. Erst mit 35 Jahren hat die Pfälzerin überhaupt mit dem Kegeln angefangen. Sie spielt in der zweiten Mannschaft der TSG, die gerade in die Regionalliga aufgestiegen ist. "Der Erfolg macht den Spaß aus", erklärt sie ihre Motivation. Mit dem Sieg bei dieser DM hätte sie nie gerechnet, noch nie war sie deutsche Meisterin. Allenfalls auf einen Platz unter den ersten Drei hatte Tzschentke spekuliert. Es war eine unheimlich knappe Entscheidung. Mit 870 Kegeln siegte die Haßlocherin vor Minka Esser (KV Frankfurt-Riederwald, 868) und Christel Enders (Union KV Bensheim, 863). Auch in dieser Konkurrenz erreichte die Titelverteidigerin Roswitha Kranz (SG Frankfurt-Bockenheim) nicht den Endlauf. Die Führende des Vorlaufes, Erika Herbig (KV Leimen), fiel auf Rang sechs zurück.

Senioren C: In einem badischen Duell musste sich Titelverteidiger Manfred Rohr (SpVgg Ketsch) dem Lampertheimer Peter Ditschinger geschlagen geben und war damit der einzige Titelverteidiger, der erneut aufs Treppchen kam. Mit der besten Abräumleistung entschied Ditschinger dieses Duell. Schon nach dem Vorlauf mit 461 Kegeln ganz vorne, war er auch im Endlauf konstant und kam auf 466 Kegel. Mit 923 war er 22 Kegel besser als Rohr. "Ich war die letzten Würfe zu nervös", kommentierte Rohr seine drei Fehlwürfe binnen kurzer Zeit. Nur zwei Kegel dahinter lag Manfred Schröder (VT Frankenthal) als Dritter.

Seniorinnen C: Dritte im Verein, Dritte im Bezirk, Dritte bei der Badischen - eigentlich hätte da für Hedwig Winter bei der DM auch der dritte Platz herauskommen müssen. Doch hier gelang ihr der ganz große Wurf. 43 Jahre kegelt sie schon für den KV Hockenheim, nun ist sie mit 74 Jahren erstmals deutsche Meisterin. "Ich wollte aufs Treppchen", nannte sie als Ziel. Mit 441 Kegeln lag sie nach dem Vorlauf sieben Kegel vor Dora Reisinger (FC Bergheim). Zwar waren im Finale andere Starterinnen stärker, doch auch 414 reichten zum Sieg. Winter gewann mit 855 Kegeln vor Veronika Baumann (VFK Friedberg, 846) und Käthe Chiarello (KV Weinheim, 836). Nun freut sie sich auf die Sportlerehrung der Stadt Hockenheim, bei der sie als Platzierte schon mehrmals war. Ihre Motivation fürs Kegeln? "Ich wollte sonntags nicht alleine sein". Trotz ihres Alters ist sie noch sehr aktiv. Gleich zwei Gärten bewirtschaftet die gebürtige Pfälzerin, die aber schon 40 Jahre in Hockenheim wohnt. Dort kennt sie jeder. Da ihre Tochter in Florida lebt, ist sie sehr oft dort. "Ich bin schon mit dem Paraglider über den Golfstrom geflogen und vor den Bahamas mit Delfinen geschwommen", berichtet sie nicht ohne Stolz.

Michael Rappe